Für einmal ein Hinweis auf das eigene Blatt: In der heutigen NZZ fasst Manuel Oechslin, Oberassistent am Institut für Empirische Wirtschaftsforschung der Universität Zürich, seine Studie zu Entwicklungshilfe und politischer Instabilität zusammen.
Entwicklungshilfe, so Oechslins Argument, kann das Empfängerland politisch instabil machen und somit negative Auswirkungen auf das langfristige Wirtschaftswachstum haben. Denn ein plötzlicher Anstieg der Staatseinnahmen durch die Hilfsleistungen erhöht auch die Pfründe, die eine Regierung (in Abwesenheit von checks und balances) verteilen kann. Dieser vergrösserte Honigtopf erhöht unmittelbar die Attraktivität eines Putsches. Und dies wiederum führt dazu, dass die herrschende Regierung, wenn sie der Bedrohung gewahr wird, keine langfristigen Investitionen mehr tätigt, sondern sich selber bedient, so lange sie noch kann.
Oechslin belegt seine These mit empirischen Daten aus Afrika in den letzten 20 Jahren. Er kommt zum Schluss, dass die Förderung des Technologietransfers (zum Beispiel über günstige Lizenzvergaben) einen positiveren Effekt auf das Wirtschaftswachstum der Empfängerländer hätte als staatliche Entwicklungshilfe.